Barren

Als Barren bezeichnet man Formen der Erziehung und Sensibilisierung, teilweise auch zur Ausbildung, von Springpferden.

Aktives Barren

Nach dem Absprung des Pferdes wird die zu überquerende Stange angehoben, damit das Pferd die Stange, die es sonst überwunden hätte, berührt oder reißt. Ziel ist es, das Pferd mittels des so erlebten Schmerzes sensibler zu machen und jedes Hindernis entsprechend konzentriert anzugehen und die Sprünge besser zu taxieren, um möglichst fehlerfreie Ergebnisse in Springprüfungen zu erzielen. Man bezeichnet diese Methode als aktives Barren, da während des Sprungs in den Ablauf Einfluss genommen wird.

Methoden

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden. Bei der ersten verstecken sich 2 Helfer hinter den Fangständern und heben die Barr-Stange gezielt an. Bei der anderen Methode werden elektronisch gesteuerte, teilweise vom Reiter per Fernsteuerung ausgelöste Auflagen verwendet, mit denen die Barr-Stange im richtigen Moment angehoben wird.

Kritik

Diese Methode ist offiziell verboten, wird aber trotzdem angewendet. Einige Springreiter sind deswegen auch verurteilt und gesperrt worden, nachdem teilweise auch heimliche Videoaufnahmen die Reiter bei dieser verbotenen Trainingsform zeigten. Besonderes Aufsehen erregend waren dabei Aufnahmen aus dem Stall von Paul Schockemöhle, in dem wiederholt diese Praktiken festgestellt worden waren.

Passives Barren

Beim passiven Barren wird auf die eigentliche Hindernisstange eine dünnere Stange aus Metall, meist Aluminium, gelegt. Für Pferde ist diese Stange schwerer auszumachen und wenn sie sich beim Absprung nur auf die Hindernisstange konzentrieren, kommt es zum Abwurf der Metallstange. Durch den erzeugten, unangenehmen Lärm, aber auch durch den evtl. entstehenden Schmerz wird auch hier das Pferd sensibilisiert. Das Ziel ist dasselbe wie beim aktiven Barren.

Geschichte

Das Barren geht auf eine Form der Springerziehung zurück, die vermutlich von Federico Caprilli eingeführt wurde. Dabei steht neben dem Hindernis ein Trainer, der die Beine des Pferdes über dem Sprung kurz mit einem Bambusstab oder einer Gerte berührt, um die Aufmerksamkeit des Pferdes verstärkt auf die Beinhaltung zu lenken. Diese Form der Springerziehung ist von der FN dem Fachmann auch nach wie vor erlaubt.

Weitere Praktiken

Eine dem Barren ähnelnde Form der Pferdekonditionierung ist das Einreiben der Pferde-Röhrbeine (umgangssprachlich, aber anatomisch falsch: der Schienbeine) mit einer die Gefäße empfindlich machenden Substanz, welche die Pferde größere Schmerzen bei der Berührung der Hindernisse empfinden lassen. Um Schmerzen zu vermeiden springen sie dann ebenfalls höher.

nach oben




Lesezeichen - Bookmarks:
wong
alltagz icio Linkarena live seekxl seoigg Weblinkr webnews Yigg del.icio.us Digg Google Technorati Yahoo


Sporthorses-International - BrüHe GbR