Bayerisches Warmblut

Das Bayerische Warmblut ist eine alte deutsche Pferderasse, deren Züchtung im Laufe der Zeit - ähnlich der des Württemberger Warmbluts - einer wechselhaften Geschichte unterlag.

Exterieur

Das Bayerische Warmblut ist vergleichbar mit Vertretern der anderen Hochzuchten ein, im modernen Sportpferdetyp stehendes, mittelgroßes Pferd, das im Exterieur dem Hannoveraner ähnelt.

Der ausdrucksstarke Kopf ist mittelgroß, der lange, gut aufgesetzte Hals entspringt einer schrägen Schulter, die mit dem gut ausgeprägten Widerrist die Reitpferdepoints unterstreichen. Der Rumpf weist eine gute Tiefe und Breite auf, der Rücken ist stabil und geht in eine kräftige Lendenpartie, sowie eine gut bemuskelte und leicht abfallende Kruppe über. Das Fundament ist korrekt aufgestellt und in der Regel ausreichend kräftig.

Die Mechanik ist in allen Grundgangarten gut, das Springvermögen durchschnittlich bis gut.

Interieur

Durch eine systematische Zuchtpolitik, speziell in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, ist das Bayerische Warmblut ein stets leistungsbereites und robustes Sportpferd.

Zuchtgeschichte

Schon 995 wurde im Werdenfelser Land das Staatsgestüt Schwaiganger gegründet. Ursprünglich züchtete man hier ein, vermutlich u.a. vom Noriker beeinflusstes, durchaus brauchbares schweres Wirtschaftspferd. Daneben versuchte man durch kostenloses zur Verfügung stellen von Warmbluthengsten als Beschäler (v.a. Oldenburger) auf dem Land ein leichteres Arbeitspferd zu etablieren, mit dem Ziel, in bäuerlichen Ställen taugliche Remonten (wendig, kräftig, in gedeckten Farben) für das Militär heranziehen zu lassen. Dieses leistungswillige, kräftige aber nicht schwere Warmblutpferd fand aber nur im Rottal bis zum 2. Weltkrieg auch als Wirtschaftspferd Anklang und wurde daher als Rottaler Pferd bekannt.


Nach dem 2. Weltkrieg und der Wandlung des Zuchtziels hin zur Ausrichtung auf Sportpferde, ging der alte Typ des Warmblutes verloren. Mit Beginn der 1960er Jahre wurden in großem Umfang Pferde anderer deutscher Zuchtgebiete, vor allem Hannoveraner und Westfalen, sowie Pferde aus Frankreich und den Niederlanden eingekreuzt um das Springvermögen nachhaltig zu verbessern. Daneben wurden zur Veredlung auch Trakehner und Vollblüter eingesetzt. Dabei wurde das ehemals vor allem in der Landwirtschaft eingesetzten, im Typ eines schweren Warmbluts stehende homogene Rottaler Warmblut nicht langsam veredelt sondern praktisch radikal durch ein zunächst sehr heterogenes modernes Sportpferd ersetzt. Leider gingen mit den gesamten genetischen Ressourcen auch die mühsam in Stutenlinien herausgezüchtete wertvolle Eigenschaften wie Robustheit, Langlebigkeit und Leistungswille verloren und mussten neu aufgebaut werden.

Neben dem Bayerischen Warmblut existiert im Staatsgestüt Schwaiganger noch heute die Zucht von Kaltblütern und Haflingern.

Bayerisches Warmblut

Bayrisches Warmblut

Wichtige Daten
Ursprung: Rottal Bayern
Hauptzuchtgebiet: Bayern, England
Verbreitung: gering, in Deutschland ca. 140 Zuchthengste, ca. 4000 Zuchtstuten
Stockmaß: 162 - 175 cm
Farben: überwiegend Braune und Füchse, seltener Rappen und Schimmel
Haupteinsatzgebiet: Sportpferd, Reit- und Nutzpferd

Brandzeichen


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